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<rss version="2.0"> <channel><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News</link><title>News</title><description>RSS - Feed</description><item><title>20 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz</title><pubDate>Wed, 28 Dec 2011 14:14:33 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;Berlin/dpa.&#xA0;Nicht mal die DDR-B&#xFC;rgerrechtler waren sich nach dem Mauerfall einig, ob die Hinterlassenschaft der Stasi erhalten oder vernichtet werden soll. Akten, Fotos, Tonb&#xE4;nder, Filme - menschenrechtswidrig hatte das Ministerium f&#xFC;r Staatssicherheit Informationen &#xFC;ber rund sechs Millionen Menschen zusammengespitzelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis f&#xFC;r ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.  &#xAB;Das Gesetz ist eine Erfolgsgeschichte - auch nach der achten Novelle&#xBB;, sagt der Bundesbeauftragte f&#xFC;r die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. &#xAB;Wir k&#xF6;nnen auch in Zukunft die Vergangenheit aufarbeiten.&#xBB; Erstmals in der Geschichte sei es gelungen, das Archiv einer Geheimpolizei zu &#xF6;ffnen. Die Bundesbeh&#xF6;rde f&#xFC;r die Stasi-Unterlagen wurde geschaffen, erster Chef war Joachim Gauck.  &#xAB;Opferakten sind ein St&#xFC;ck geklautes Leben&#xBB;, sagte die fr&#xFC;here Oppositionelle Ingrid K&#xF6;ppe von den Gr&#xFC;nen, als im Herbst 1991 das Gesetz im Bundestag beraten wurde. Rainer Eppelmann w&#xFC;rdigte die 40 Paragrafen als &#xAB;Gesetz zum Schutz ausgeschn&#xFC;ffelten Lebens&#xBB;. Und SPD-Abgeordneter Wolfgang Thierse meinte: &#xAB;Ich will verstehen, warum ein Nachbar zum Denunzianten geworden ist.&#xBB; Anliegen ist es bis heute, durch die Aufarbeitung der Vergangenheit zur Vers&#xF6;hnung zu kommen.

&#xAB;Gerechtigkeit f&#xFC;r die Opfer - gerade daf&#xFC;r steht das Gesetz&#xBB;, sagt Jahn. So waren es vor allem B&#xFC;rgerrechtler, die als erste die Akten lesen konnten, die die Stasi &#xFC;ber sie angelegt hatte. &#xAB;Die Ersch&#xFC;tterung war gro&#xDF;&#xBB;, sagt Jahn, der als Journalist &#xFC;ber den Beginn der Akteneinsicht am 2. Januar 1992 auch einen Film drehte. J&#xFC;rgen Fuchs, Ulrike Poppe, Vera Lengsfeld, Lutz Rathenow, Wolf Biermann, B&#xE4;rbel Bohley - alle seien fassungslose gewesen &#xFC;ber das Ausma&#xDF; der Bespitzelung.


Inzwischen wurden rund 2,8 Millionen Antr&#xE4;ge auf pers&#xF6;nliche Akteneinsicht gestellt sowie etwa 1,7 Millionen Antr&#xE4;ge zur &#xDC;berpr&#xFC;fung von Mitarbeitern des &#xF6;ffentlichen Dienstes. Jahn &#xE4;rgert sich aber dar&#xFC;ber, dass B&#xFC;rger noch zu lange auf die Ausk&#xFC;nfte warten m&#xFC;ssten. &#xAB;Wir m&#xFC;ssen das &#xE4;ndern.&#xBB; Das Interesse der B&#xFC;rger ist entgegen fr&#xFC;herer Annahmen auch mehr als 20 Jahre nach der Einheit nicht weggebrochen. Allein in diesem Jahr gingen knapp 76 000 Antr&#xE4;ge auf pers&#xF6;nliche Akteneinsicht bei der Jahn-Beh&#xF6;rde ein.


Ab Januar 2012 soll der Personenkreis im &#xF6;ffentlichen Dienst erweitert werden, der auf fr&#xFC;here Stasi-T&#xE4;tigkeit &#xFC;berpr&#xFC;ft werden kann. &#xAB;Diese Fristverl&#xE4;ngerung per Gesetzes&#xE4;nderung bis 2019, dem 30. Jahr des Mauerfalls, ist ein deutliches politisches Zeichen&#xBB;, sagt Jahn. Er rechne aber nicht mehr mit &#xDC;berpr&#xFC;fungsantr&#xE4;gen riesigen Ausma&#xDF;es. Bundespr&#xE4;sident Christian Wulff hatte das ge&#xE4;nderte Stasi-Unterlagen-Gesetz vor Weihnachten unterzeichnet, so dass es wie geplant in Kraft treten kann.


Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) will ebenfalls Zeichen setzen - gegen eine &#xAB;schleichende Verharmlosung&#xBB;. Die Bundesbeh&#xF6;rde bekommt aus seinem Etat 2012 zus&#xE4;tzlich 2,3 Millionen Euro f&#xFC;r ihre politische Bildungsarbeit. Gerade j&#xFC;ngere Menschen m&#xFC;ssten erreicht werden.


Es gab immer wieder Kontroversen um das Gesetz. So erstritt Alt-Kanzler Helmut Kohl in einem spektakul&#xE4;ren Urteil, dass Papiere, die die Stasi zu seiner Person anlegte, unter Verschluss bleiben m&#xFC;ssen. Zudem zogen immer wieder Ex-Stasi-Mitarbeiter gegen die Nennung ihrer Namen als T&#xE4;ter vor Gericht.


J&#xFC;ngster Streitfall sind mehr als 40 fr&#xFC;here hauptamtliche Stasi-Leute, die noch in der Bundesbeh&#xF6;rde bei dem einstigen Oppositionellen Jahn besch&#xE4;ftigt sind. Sie sollen nach mehr als 20 Jahren laut ge&#xE4;ndertem Stasi-Unterlagen-Gesetz aus der Beh&#xF6;rde entfernt und versetzt werden. Dagegen waren rechtliche Bedenken laut geworden. Bundesbeauftragter Jahn sagt, Klagen dieser Mitarbeiter seien ihm nicht bekannt. Er habe alle Bundesministerien per Brief gebeten, Jobangebote zu schicken.


Der Berliner Landesbeauftragte f&#xFC;r die Stasi-Unterlagen, Martin Gutzeit, kritisiert etwas anderes: Bislang w&#xFC;rden Indizien nicht beachtet, wonach es vor dem ersten Stasi-Unterlagen-Gesetz Absprachen zwischen Bundesregierung und Stasi-Generalit&#xE4;t gegeben haben soll. Auch eine &#xDC;bersicht &#xFC;ber die von der Stasi selbst vernichteten Akten fehle, moniert Gutzeit.
&#xA0;
mz-web.de
&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/20-Jahre-Stasi-Unterlagen-Gesetz_16</link></item><item><title>Fachtagung Heimerziehung in der DDR </title><pubDate>Tue, 18 Oct 2011 12:20:12 +0200</pubDate><description>&lt;p&gt;Fachtagung zu einem bisher vernachl&#xE4;ssigten Thema
26. Oktober 2011 von 10:00 bis 16:00 Uhr
Brandenburgsaal der StaatskanzleiHeinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam
Eine Veranstaltung der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Zusammenarbeit mit dem Ministerium f&#xFC;r Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg.
Anmeldung bis zum 19. Oktober 2011 per email an: DDR-Heimerziehung@mbjs.brandenburg.de
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Silvana Hilliger: 0331-23729220 oder Dr. Georg Landenberger: 0331-8663731.
Informationen zum Programm finden Sie in dem angehangenen Flyer
http://www.aufarbeitung.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.263688.de
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http://www.aufarbeitung.brandenburg.de/media_fast/5861/111026%20Heimerziehung%20DDR%20Progamm.pdf&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/Fachtagung-Heimerziehung-in-der-DDR-_15</link></item><item><title>Stasi-Beauftragter plant Studie &#xFC;ber Heimkinder</title><pubDate>Thu, 07 Jul 2011 11:37:05 +0200</pubDate><description>&lt;p&gt;Dresden. Sachsen will mit anderen Ost-L&#xE4;ndern die Schicksale von  Heimkindern in der DDR erforschen. Das k&#xFC;ndigte der neue  Landesbeauftragte f&#xFC;r die Stasi-Unterlagen, Lutz Rathenow, gestern vor  seiner offiziellen Amtseinf&#xFC;hrung an. Er sagte zudem, er gehe nicht  davon aus, dass die Stasi-Unterlagenbeh&#xF6;rde bis 2019 ihre T&#xE4;tigkeit  beenden k&#xF6;nne. Die Erschlie&#xDF;ung der Akten sei wegen zu strengen  Datenschutzes noch lange nicht abgeschlossen. (SZ/lot)
&#xA0;
Quelle: S&#xE4;chsische Zeitung&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/Stasi-Beauftragter-plant-Studie-ueber-Heimkinder_14</link></item><item><title>Bundesministerinnen besuchen ehemaligen Jugendwerkhof</title><pubDate>Mon, 29 Nov 2010 23:16:10 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;Bundesfamilienministerin Kristina Schr&#xF6;der (CDU) und  Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) haben am  Montag die Gedenkst&#xE4;tte des fr&#xFC;heren Jugendwerkhofs in Torgau besucht.  Beide informierten sich dort &#xFC;ber das System der DDR-Erziehungsanstalten  und &#xFC;ber Missbrauchsf&#xE4;lle in DDR-Heimen. Die Bundesministerinnen  sprachen vor Ort auch mit Betroffenen.
mdr.de
siehe auch www.mz-web.de/torgau&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/Bundesministerinnen-besuchen-ehemaligen-Jugendwerkhof_13</link></item><item><title>Keine Rehabilitierung wegen Erziehung im DDR-Kinderheim</title><pubDate>Wed, 17 Nov 2010 21:44:10 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;Naumburg (epd). Ein fr&#xFC;her in DDR-Kinderheimen untergebrachter Mann hat  nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) von Sachsen-Anhalt f&#xFC;r  diese Zeit keinen Anspruch auf Rehabilitierung.Der Senat sei zu  der Auffassung gelangt, dass die Einweisung des damals sechsj&#xE4;hrigen  Jungen "unter den Ma&#xDF;st&#xE4;ben, die in den 60er Jahren f&#xFC;r einen  Rechtsstaat angelegt wurden", keine rechtsstaatswidrige Handlung gewesen  sei, teilte eine Gerichtssprecherin gestern in Naumburg mit.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/Keine-Rehabilitierung-wegen-Erziehung-im-DDR-Kinderheim_12</link></item><item><title>ehem. Betreiber von jugendwerkhof.info bittet um Mithilfe</title><pubDate>Wed, 15 Sep 2010 21:21:54 +0200</pubDate><description>&lt;p&gt;
Liebe Ehemalige von jugendwerkhof.info,nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat und einigesich mit der jetzigen Situation abgefunden haben, bin ich noch nicht bereit,unsere Seite einfach so aufzugeben. Deshalb brauch ich dringend eure Hilfe.Welcher Ehemalige von jugendwerkhof.info steht heute nochmit seinem kompletten Namen auf imheim.de? Ist jemand bereit, sich auf anderem Wege als dem L&#xF6;schen der Daten dagegenzur Wehr zu setzen? Es kostet euch maximal ein paar e-Mails.Wenn ihr euch nicht einfach so mit der Einvernahme vonjugendwerkhof.info zufrieden geben wollt und bereit seid euch zu wehren, dannbitte PN an mich.Wichtig: ihr m&#xFC;sst jetzt noch mit euerm kompletten Namen auf imheim.de stehen.Ich danke alle, die mich bisher unterst&#xFC;tzt haben und mitmir k&#xE4;mpfen, dass wir unser virtuelles zuhause zur&#xFC;ck bekommen.Danke Wiesel-2002Kopiert von:  http://www.jugendwerkhof.eu/Forum/Aktuelles/Liebe-Ehemalige-von-jugendwerkhofinfo_88#post378#ixzz0zcyLPJju http://www.jugendwerkhof.eu
&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/ehem-Betreiber-von-jugendwerkhofinfo-bittet-um-Mithilfe_11</link></item><item><title>TV Tipp -  Erziehung um jeden Preis Die Jugendwerkh&#xF6;fe der DDR</title><pubDate>Thu, 26 Aug 2010 21:56:52 +0200</pubDate><description>&lt;p&gt;In den Jugendwerkh&#xF6;fen wurden "arbeitsscheue" und "asoziale" Jugendliche zur sozialistischen Pers&#xF6;nlichkeit umerzogen, mit teils menschenverachtenden Methoden. Die Dokumentation n&#xE4;hert sich diesem wenig bekannten Kapitel der DDR-Geschichte.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/TV-Tipp-Erziehung-um-jeden-Preis-Die-Jugendwerkhoefe-der-DDR_10</link></item><item><title>CDU will SED-Opferpension nachbessern</title><pubDate>Sun, 21 Mar 2010 19:41:58 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;System der Rehabilitierung und Entsch&#xE4;digung soll &#xFC;berpr&#xFC;ft werden
 
Berlin/dpa. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung will die CDU die SED-Opferpension nachbessern. &#xAB;Wir &#xFC;berpr&#xFC;fen das System der Rehabilitierung und Entsch&#xE4;digung, mit dem von der SED und Staatssicherheit begangenes Unrecht ausgeglichen werden soll&#xBB;, hei&#xDF;t es in einem Antrag des CDU-Vorstands f&#xFC;r den kleinen Parteitag an diesem Montag. Kapitalverbrecher sollten k&#xFC;nftig keine Opferpension mehr bekommen, und den Opfern des SED-Regimes sollten bei der Pr&#xFC;fung der Bed&#xFC;rftigkeit nicht l&#xE4;nger Eink&#xFC;nfte aus Kindergeld angerechnet werden. Fast 37 000 fr&#xFC;here politische DDR-H&#xE4;ftlinge bekommen inzwischen eine Opferrente. Die CDU fordert au&#xDF;erdem ein einheitliches Rentenrecht in Ost- und Westdeutschland.
 
Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel wird bei dem kleinen Parteitag an diesem Montag eine Rede halten. Dabei wird sie voraussichtlich auch auf aktuelle Themen eingehen, hie&#xDF; es in der Union. Die Christdemokraten wollen bei dem Bundesausschuss auch ihren Generalsekret&#xE4;r Hermann Gr&#xF6;he w&#xE4;hlen. Er ist zwar schon im Oktober 2009 als neuer &#xAB;General&#xBB; der Partei nominiert worden, aber die formale Wahl steht noch aus. Der 49-J&#xE4;hrige hatte die Umfragewerte f&#xFC;r die schwarz-gelbe Koalition in einem Interview am vergangenen Mittwoch als Alarmsignal bezeichnet und das B&#xFC;ndnis zu mehr Geschlossenheit aufgefordert: &#xAB;Rei&#xDF;t euch am Riemen!&#xBB;
 
Die CDU will bei ihrem kleinen Parteitag wieder st&#xE4;rker auf ihre Stammw&#xE4;hler zugehen. &#xAB;Wir sind die Union Deutschlands&#xBB;, hei&#xDF;t der Antrag, den Bundesinnenminister Thomas de Maizi&#xE8;re federf&#xFC;hrend erarbeitet hat. Der Westdeutsche hat durch seine fr&#xFC;here Arbeit in Sachsen Erfahrungen in Ostdeutschland gesammelt. Das Papier soll f&#xFC;r ein &#xAB;gesamtdeutsches Gef&#xFC;hl&#xBB; sorgen, hei&#xDF;t es in der Union. &#xAB;Die Deutschen k&#xF6;nnen stolz sein auf das, was sie in den vergangenen Jahren gemeinsam geleistet haben.&#xBB; Der Antrag schlie&#xDF;t mit einem Teil der dritten Strophe der Nationalhymne. Im Januar hatte die CDU bei einer Vorstandsklausur beschlossen, sich f&#xFC;r neue W&#xE4;hler zu &#xF6;ffnen, aber auch die Stammw&#xE4;hler zu ber&#xFC;cksichtigen.
 
(mz-web.de)&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/CDU-will-SED-Opferpension-nachbessern_9</link></item><item><title>14 000 Antr&#xE4;ge gestellt Spezialheime f&#xFC;r &#xAB;schwierige Kinder&#xBB;</title><pubDate>Mon, 25 Jan 2010 23:24:10 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;Halle/MZ. Mehr als 12 000 Antr&#xE4;ge auf Haftentsch&#xE4;digung wurden bis Ende 2008 in Sachsen-Anhalt genehmigt. Rund 1 000 wurden abgelehnt, weiter 1 000 wurden an andere Bundesl&#xE4;nder verwiesen.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/14-000-Antraege-gestellt-Spezialheime-fuer-schwierige-Kinder_8</link></item><item><title>TV-Tipp "Hier kommst du nie mehr raus!"</title><pubDate>Sun, 15 Nov 2009 16:09:14 +0100</pubDate><description>&lt;p&gt;ML Mona Lisa ZDF 15.11.09, 18.oo Uhr
 
"Hier kommst du nie mehr raus!"
 
Erinnerungen an den Jugendwerkhof Torgau
 
Erziehung in der DDR war auch Sache des Staates. Ziel war die Erziehung zu einer "sozialistischen Pers&#xF6;nlichkeit". Wer sich nicht anpasste, dem konnte es passieren, dass er in ein Heim kam. Und wer auch hier nicht funktionierte, kam in den "Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau" in Sachsen. Mehr als 4000 aufm&#xFC;pfige Jugendliche sollten hier &#xFC;ber die Jahre auf Kurs gebracht werden. Ein lange vergessenes Kapitel DDR-Geschichte. Bis heute haben nur wenige Betroffene ihr Schweigen gebrochen. Kerstin Kuzia hat es f&#xFC;r ML getan.
 
Schon von klein auf hatte es das Leben mit Kerstin Kuzia nicht gut gemeint. Sie kann sich nicht erinnern, dass sie mal in den Arm genommen wurde. Wegen Bettn&#xE4;ssens kommt sie mit sechs Jahren in die DDR-Kinderpsychiatrie. Sp&#xE4;ter schiebt die Mutter sie ab, Kerstin kommt von einem Heim zum anderen. Die Endstation: Torgau. Sie ist 16 Jahre alt, als man sie im August 1984 dorthin bringt: "Eigentlich bestand der ganze K&#xF6;rper nur noch aus Angst und Panik. Man hatte das Gef&#xFC;hl, hier kommst du nie wieder raus, das schaffst du nicht mehr."
 
Grausame Erinnerungen
Die in Torgau &#xFC;bliche Aufnahmeprozedur ist ein Schock f&#xFC;r das junge M&#xE4;dchen: Ihr werden die langen Haare geschoren, sie wird in einen Waschraum gef&#xFC;hrt, muss sich nackt ausziehen, eine Leibesvisitation und Desinfektion des ganzen K&#xF6;rpers wird durchgef&#xFC;hrt. Sp&#xE4;testens jetzt ist Kerstin klar, dass sie den Erziehern vollkommen ausgeliefert ist: "Ich wollte nicht weinen, um dem Erzieher nicht die Genugtuung zu geben. Aber das ging gar nicht anders. Hier haben die Jungs genauso geweint wie die M&#xE4;dels."
Zum "Eingew&#xF6;hnen" wird die 16-J&#xE4;hrige, so wie alle Insassen, erst einmal in die Aufnahmezelle gesperrt, sieben Quadratmeter gro&#xDF;, eine Pritsche, ein F&#xE4;kalieneimer. Sie ist fast noch ein Kind, wird aber schlimmer behandelt als so mancher Schwerverbrecher - von den Erziehern, aber auch von den anderen Jugendlichen. Qu&#xE4;len und gequ&#xE4;lt werden geh&#xF6;rt hier zum Alltag: "Verkloppt, verpr&#xFC;gelt, oder mit dem Kopf in den F&#xE4;kalieneimer gesteckt, die Hackordnung und Gruppendynamik war hier sehr extrem. Jeder hat versucht zu &#xFC;berleben."
 
Strafen statt Erziehen
Zu &#xFC;berleben in einer Welt, die gepr&#xE4;gt ist vom sich unterzuordnen, reibungslos zu funktionieren, zum Wohle des Arbeiter- und Bauernstaats. Sogenannte erziehungsschwierige Jugendliche sollen in Heimen und Werkh&#xF6;fen zur "sozialistischen Pers&#xF6;nlichkeit" umerzogen werden. Verantwortlich f&#xFC;r den Jugendwerkhof Torgau ist damals Margot Honecker, Ministerin f&#xFC;r Volksbildung in der DDR. Es herrscht eisernes Schweigen dar&#xFC;ber, was hinter den Mauern von Torgau geschieht.
 
Der Willk&#xFC;r ausgeliefert
Heute will keiner der Verantwortlichen von damals ein Interview geben. Aber in einem Film des MDR aus dem Jahr 2005 ist die Einstellung der ehemaligen Erzieher gegen&#xFC;ber ihren Z&#xF6;glingen dokumentiert. Darin sagt Siegfried Henze, ehemaliger Erzieher im "Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau": "Weicheier waren das. Die konnten sich nicht damit abfinden, dass sie mal zehn Runden im Hof laufen k&#xF6;nnen mussten. Unsere Jungs, unsere M&#xE4;dchen waren am Ende dankbar, dass sie so viel Energie hatten."
Energie? Man k&#xF6;nnte es eher als totale Knebelung bezeichnen. Es gibt keine R&#xFC;ckzugsm&#xF6;glichkeiten, selbst der Gang zur Toilette erfolgt nur in der Gruppe und immer unter der Kontrolle des Erziehers. Nachts muss absolute Stille herrschen. Als Kerstin mit der Bettnachbarin tuschelt, kommt ein Erzieher, zerrt das M&#xE4;dchen im Nachthemd die Kellertreppe hinunter in die Dunkelzelle. Nie wird sie die Gef&#xFC;hle dieser Schreckensnacht vergessen: "Ohnm&#xE4;chtige Angst vor dieser Dunkelheit, dieser Einsamkeit, dass man mich hier drin vergisst. &#xDC;berleb ich's? Was wird mit mir hier unten gemacht, was passiert mir hier? Werde ich wieder rausgeholt? Komme ich hier wieder raus?"
 
Traumatische Belastungen
Bei den Jugendlichen herrscht die blanke Angst, purer Zynismus bei den Erziehern. Der ehemalige Erzieher Henze im Film: "Die haben bei uns nichts erlebt, was ein Jugendlicher nicht vertr&#xE4;gt." Viele Jugendliche in Torgau versuchen sich umzubringen. Sie schneiden sich die Pulsadern auf, schlucken Schrauben, trinken S&#xE4;ure. Nicht wenige sterben. Doktor Horst Weber, der Arzt, der zwei Mal die Woche in den Jugendwerkhof kommt, wei&#xDF; was hier geschieht, aber damals schweigt er. In einem Interview nach der Wende versucht er sich zu rechtfertigen: "Es war zu DDR-Zeiten nicht &#xFC;blich, solche Dinge in der &#xD6;ffentlichkeit abzuhandeln. Wenn man einen nicht ganz gut kannte, also Schnauze halten, weiter dienen."
Genau daran sind viele ehemalige Z&#xF6;glinge zerbrochen. Sie leiden an Depressionen und Panikattacken, sind h&#xE4;ufig fr&#xFC;h verrentet. Auch Kerstin Kuzia versucht mit dem Trauma ihrer Kindheit fertig zu werden. Ihr hilft es auch, immer wieder &#xFC;ber das Erlebte zu sprechen. Jedes Gespr&#xE4;ch, so sagt sie, sei ein Herausschreien, ein St&#xFC;ck Befreiung. F&#xFC;r jeden Monat in Torgau hat Kerstin Kuzia 300 Euro Haftentsch&#xE4;digung bekommen, insgesamt 1500 Euro f&#xFC;r ihr geraubtes Leben.
Drill, Dem&#xFC;tigung, Folter. Gef&#xFC;rchtet wird der Entengang &#xFC;ber die Stockwerke, auch von Kerstin Kuzia: "Wir mussten 30 Mal hoch und runter. Und wehe, wir haben uns irgendwo abgest&#xFC;tzt, weil man vielleicht ins Wanken kam, die Hand abgest&#xFC;tzt, dann kam entweder die Hand vom Erzieher geflogen oder der Erzieher hat einem auf die H&#xE4;nde getreten." Oder der sogenannte Torgauer Dreier: Vom Liegest&#xFC;tz in die Hocke zum Strecksprung, bis zu 150 Mal hintereinander. Kaum ein Tag vergeht ohne Strafsport als Erziehungsma&#xDF;nahme f&#xFC;r geringste Vergehen: "Es reichte schon aus, wenn ich in der Reihe nicht richtig ausgerichtet stand: 'Kuzia bitte ausrichten'. Dann hie&#xDF; es f&#xFC;r die gesamte Gruppe drei Runden mehr laufen auf dem Hof."
http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/29/0,1872,7927677,00.html
 
 
 &lt;/p&gt;</description><link>http://www.jugendwerkhof.eu/News/TV-Tipp-Hier-kommst-du-nie-mehr-raus_7</link></item></channel></rss>

