Aufgrund aktueller Vorkommnisse die das herrabwürdigen der Insassen des geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau beinhalten ergeht hier folgende Mitteilung:
Die Betreiber dieser Community distanzieren sich ganz deutlich von den Aktionen des Herrn Robby Basler und des DEMO- Landesvereines Hessen e.V!!
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Neue MitgliederDie HoseSeltsames geschah 1963, als ich mit sogenannten Schlaghosen mitten im dritten Lehrjahr im Pressenwerk Bad Salzungen auftauchte. Gerade gab es eine heftige Diskussion wegen der Bluejaens, damals Niethosen genannt, die einen Jugendlichen als Verfechter und Dulder westlicher Dekadenz erscheinen ließ und die tiefe Mißachtung der Obrigkeit erzeugte. Meine unmittelbare Obrigkeit war Kaderleiter Storch aus Breitungen. Storch zitierte mich in sein Büro und fragte, "Was soll das? Muß das sein? "Du bist doch in der FDJ und weißt, wie Du Dich verhalten sollst! Du gehst jetzt nach Hause und ziehst andere Hosen an. Nach Hause gehst Du in Deinem Schlosseranzug. Ich will DIESE Hosen nicht mehr sehen!" "Die Zeit, die Du zum Umziehen brauchst, arbeitest Du nach!" Meiner Mutter sagte ich: "Schlaghose ist verboten, sagt Storch". Mutter sagte: "Hör auf damit, Du bekommst wieder Ärger in diesem Aufzug, wir haben doch keine Faschingszeit." Ich maulte trotzig: "Doch, doch, doch" und lief wieder zurück in´s Pressenwerk, wo inzwischen die anderen Lehrlinge an den Fenstern hingen, um mich gedemütigt und ordentlich nach Norm gekleidet zurück zu erwarten. Das Nachspiel waren Sätze von Storch nach Feierabend, wo er mir erst einmal meine Leistungen vorhielt, welche geeignet wären, den Facharbeiterabschluß nicht zu schaffen. Storch schnaubte vor Haß und Mißmut. "Morgen will ich Dich ordentlich angezogen im Betrieb sehen!" Das Kasperletheater machst du mit mir nicht noch einmal! Mit mir nicht!" Am anderen Tag erschienen zwei weitere Lehrlinge im Anzug und nach einer Woche liefen fast alle so herum. Ich fuhr meine Ausschußproduktion gegen Null und die Zensuren, die mir mein Lehrmeister dafür geben mußte, waren mindestens eine Zwei. Storch sagte nichts mehr, sonder blickte nur finster, sehr finster, wenn er mich sah. Inzwischen hatte ich einen zweiten Anzug, einen schwarzen Anzug. Den brauchte ich für eine Beerdigung. Die Beerdigung meines Vaters. Nach der Beerdigung behielt ich den Anzug noch Wochen bis zur Facharbeiterprüfung an. Doch als ich damit das erste mal im Betrieb erschien, wurde ich sofort zu Storch zitiert, der mich mit wüstem Geschimpfe abkanzelte. Ich sagte, "Mein Vater ist gestorben und kann doch da einen schwarzen Anzug anziehen!" Ich sagte, er solle doch meine Mutter anrufen, die bezeugen würde, daß mein Vater gestorben ist. Eine halbe Stunde später war die montägliche Zeitungsschau, wo das "Neue Deutschland" ritualmäßig nachgebetet wurde, indem die Leitartikel vom Lehrmeister Lieber und von Kaderleiter Storch vorgelesen wurden und die Lehrlinge durch Heben der Hände und nachgesprochene Zitate diesen Schwulst bestätigt mußten. Dort hat sich dann herumgesprochen, daß mein Vater wirklich gestorben ist. Storch sprach die folgenden Monate, die ich noch im Betrieb war, kein einziges Wort mehr mit mir. © Richard Hebstreit, 2002
07.01.2009, 14:31 von Chaser |
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